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Entscheidend ist, wo das Wasser sitzt. Beschlag auf der Raumseite kommt von zu hoher Luftfeuchtigkeit und ist kein Mangel. Beschlag zwischen den Scheiben bedeutet, dass die Verglasung undicht ist, und ist ein Garantiefall. Beschlag außen auf der Scheibe ist ein Zeichen für gute Dämmung und verschwindet von selbst.
Kondenswasser ist der häufigste Grund, warum Menschen nach einem Fenstertausch zum Telefon greifen. Die Frage ist fast immer dieselbe: Sind meine neuen Fenster kaputt?
Meistens lautet die Antwort nein, und in einem Fall lautet sie ja. Der Unterschied lässt sich in fünf Sekunden feststellen, wenn Sie wissen, worauf Sie schauen müssen.
Fahren Sie mit dem Finger über die beschlagene Fläche. Lässt sich das Wasser wegwischen, sitzt es auf einer erreichbaren Oberfläche, also innen oder außen. Bleibt der Beschlag, sitzt er zwischen den Scheiben.
Diese vier Zeilen sind der gesamte Diagnoseweg. Alles Weitere auf dieser Seite erklärt nur, was hinter den Zeilen steckt.
Warme Luft hält mehr Wasser als kalte. Trifft feuchte Raumluft auf eine kalte Oberfläche, kühlt sie dort ab und gibt Wasser ab, sobald der Taupunkt unterschritten wird. Die Glasfläche ist im Winter meist die kälteste Stelle im Raum, deshalb erscheint das Wasser dort zuerst.
Die Feuchtigkeit kommt aus dem Alltag: Duschen, Kochen, Wäschetrocknen, Zimmerpflanzen und die eigene Atmung. Ein Haushalt gibt jeden Tag mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab, ohne dass jemand etwas falsch macht.
Zwei Faktoren entscheiden also, ob Sie Beschlag sehen: wie feucht die Luft ist und wie kalt das Glas ist. An der Temperatur des Glases arbeitet die Verglasung. Eine 3-fach-Verglasung hält die innere Scheibe wärmer, weshalb sie den Taupunkt seltener unterschreitet. Mehr dazu im Ratgeber 2-fach oder 3-fach-Verglasung.
An der Luftfeuchtigkeit arbeiten Sie.
Fünf Maßnahmen, in der Reihenfolge ihrer Wirkung:
Zum Kippen ein Wort, weil es der verbreitetste Irrtum ist: Ein dauerhaft gekipptes Fenster tauscht kaum Luft aus, kühlt aber die Laibung rundherum ab. Sie verlieren Wärme und schaffen gleichzeitig eine kalte Fläche, an der sich Feuchtigkeit niederschlägt. Kurz und weit ist besser als lang und schmal.
Das ist der eine Fall, in dem das Fenster tatsächlich defekt ist. Sitzt der Beschlag zwischen den Glasscheiben und lässt er sich nicht wegwischen, ist der Randverbund der Isolierverglasung undicht geworden. Feuchte Luft ist in den Scheibenzwischenraum gelangt.
Reparieren lässt sich das nicht. Die Verglasung hat ihre Dämmwirkung verloren und muss ersetzt werden.
So gehen Sie vor:
Bei Gut & Günstig gilt eine Garantie von bis zu 12 Jahren auf Fabrikations- und Materialfehler, je nach Material Ihres Fensters. Wichtig sind dabei drei Punkte: Sie müssen innerhalb einer angemessenen Frist reklamieren, nachdem Sie den Fehler entdeckt haben. Sie müssen die Dokumentation vorlegen können, weil wir Kunden- und Produktinformationen nur eine begrenzte Zeit aufbewahren. Und die Garantie deckt das Produkt selbst, nicht die Kosten für Aus- und Einbau.
Ein Ausschluss, der hierher gehört: Fehler oder Schäden, die durch fehlende oder schlechte Wartung entstanden sind, sind nicht gedeckt. Die regelmäßige Pflege von Dichtungen und Beschlag ist also nicht nur Komfort, sie ist die Bedingung für Ihren Anspruch. Alle Bedingungen stehen unter Garantie.
Wenn Ihr Fenster morgens von außen beschlagen ist, funktioniert es besser als das alte.
Der Grund: Ein gut dämmendes Fenster lässt kaum Wärme nach außen. Die äußere Scheibe bleibt dadurch kalt, und in klaren Nächten kühlt sie unter die Temperatur der Umgebungsluft ab. Die Feuchtigkeit der Außenluft schlägt sich dann auf dem Glas nieder, genau wie Tau auf einer Autoscheibe oder auf dem Rasen.
Ein altes, undichtes Fenster zeigt das nicht, weil es die Außenscheibe von innen mitheizt.
Der Beschlag verschwindet mit der Sonne oder mit Wind. Er tritt häufiger auf bei 3-fach-Verglasung, in klaren Nächten, im Frühjahr und Herbst, und an Fenstern, die nicht durch ein Vordach oder einen Baum geschützt sind. Machen müssen Sie dagegen nichts, und ein Mangel ist es nicht.
Beschlag, der als schmaler Streifen am unteren Rand der Scheibe steht und in der Mitte nicht auftritt, zeigt auf den Randverbund. Dort halten Abstandhalter die Scheiben zusammen, und dort ist das Glas kälter als in der Fläche.
Es ist der gleiche Mechanismus wie beim Beschlag innen, nur an der kältesten Stelle der Scheibe. Ein thermisch verbesserter Abstandhalter hebt die Temperatur am Glasrand und verschiebt den Punkt, an dem Wasser entsteht. Was dahintersteckt, steht im Abschnitt zur warmen Kante im Ratgeber 2-fach oder 3-fach-Verglasung.
Solange sich der Beschlag wegwischen lässt, ist die Verglasung in Ordnung.
Wenn sich neben dem Fenster in der Ecke oder an der Laibung Schimmel bildet, ist die Ursache selten das Fenster. Sie ist die Wand.
Nach einem Fenstertausch ist das neue Fenster oft das dichteste Bauteil im Raum. Wo vorher Feuchtigkeit durch undichte Fenster nach außen entwich, bleibt sie jetzt im Raum und schlägt sich an der kältesten Fläche nieder. In einem ungedämmten Altbau ist das eine Außenwandecke oder die Laibung, nicht mehr das Glas.
Das Fenster ist also nicht der Fehler, aber es hat die Feuchtebilanz des Raums verändert. Was jetzt hilft, ist konsequenteres Lüften, durchgehendes Heizen und Möbel weg von den Außenwänden.
Wenn der Schimmel trotz geändertem Verhalten wiederkommt oder eine größere Fläche einnimmt, ziehen Sie einen Bausachverständigen bei. Dann geht es um eine Wärmebrücke oder um Feuchtigkeit im Bauteil, und das lässt sich nicht durch Lüften lösen.