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U-Wert bei Fenstern und Türen: was er bedeutet und welche Werte in Österreich gelten

Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil nach außen entweicht, gemessen in W/(m²K). Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung. Für Fenster in Wohngebäuden gegen Außenluft schreibt die OIB-Richtlinie 6 in der Ausgabe Mai 2023 einen Höchstwert von 1,40 W/(m²K) vor. Vergleichen Sie immer den Wert des gesamten Fensters.

Das Wichtigste in Kurzform

  • Der U-Wert misst Wärmeverlust, ein niedriger Wert ist der bessere.
  • Nur der Wert des gesamten Fensters taugt zum Vergleich zweier Angebote.
  • In Österreich gilt für Fenster in Wohngebäuden ein Höchstwert von 1,40 W/(m²K).
  • Katalogwerte gelten für ein genormtes Prüfmaß, nicht für Ihr Fenster.
  • Ein guter Wert verliert seine Wirkung, wenn der Einbau nicht dicht ist.

Wer ein Fensterangebot liest, stößt spätestens in der dritten Zeile auf den U-Wert. Meist stehen dort mehrere Zahlen, sie sehen ähnlich aus, und eine davon ist immer die schönste.

Diese Seite erklärt, welche Zahl zählt, was Österreich vorschreibt und warum ein Katalogwert nie genau der Wert Ihres Fensters ist.

Was ist der U-Wert?

Der U-Wert, fachlich Wärmedurchgangskoeffizient, beschreibt, wie viel Wärmeleistung pro Quadratmeter Bauteilfläche und pro Grad Temperaturunterschied nach außen verloren geht. Die Einheit ist W/(m²K).

Niedrig ist gut. Ein Fenster mit einem niedrigeren U-Wert hält mehr Wärme im Raum, senkt die Heizkosten und hält die innere Glasfläche wärmer.

Der Wert gilt für Fenster, Türen, Wände, Dächer und Böden gleichermaßen. Bei einem Fenster liegt er naturgemäß höher als bei einer gedämmten Wand, weil Glas nie so gut dämmt wie 20 Zentimeter Dämmstoff. Deshalb wird das Fenster oft zum schwächsten Bauteil der Fassade.

Der ältere Begriff für dasselbe ist K-Wert. Wenn er in Unterlagen zu Ihren Altfenstern auftaucht, wissen Sie, dass die Papiere aus der Zeit vor der Umstellung stammen.

Welcher U-Wert im Angebot zählt?

Der Wert des gesamten Fensters. Er umfasst Rahmen, Verglasung und den Randverbund der Scheiben zusammen und heißt in Angeboten Uw-Wert, nach dem englischen window.

Viele Angebote nennen zusätzlich getrennte Werte für den Rahmen und für die Verglasung allein. Diese Einzelwerte sind für Fachplaner nützlich, taugen aber nicht zum Vergleich zweier Angebote, und zwar aus einem einfachen Grund: Der Wert für die Verglasung allein sieht immer besser aus als der Wert des Fensters. Wer nur ihn nennt, verkauft Ihnen ein besseres Gefühl statt eines besseren Fensters.

Achten Sie also darauf, dass beide Angebote denselben Wert nennen. Fenster gegen Fenster, nicht Glas gegen Fenster.

Gleiches gilt bei Türen. Der Wert muss für die gesamte Tür inklusive Rahmen gelten, nicht nur für das Türblatt.

Warum hat Ihr Fenster einen anderen Wert als der Katalog?

Weil Katalogwerte für ein genormtes Prüfmaß gelten. Für Fenster ist das 1,23 m mal 1,48 m, festgelegt in der OIB-Richtlinie 6 für den Nachweis des U-Werts.

Ihr Fenster hat andere Maße, und das verschiebt den Wert. Der Rahmen dämmt schlechter als die Verglasung, also gilt: Je größer die Glasfläche im Verhältnis zum Rahmen, desto besser der Gesamtwert. Ein kleines Fenster mit viel Rahmenanteil erreicht denselben Katalogwert nicht.

Das ist kein Trick der Hersteller, sondern die Voraussetzung dafür, dass Werte überhaupt vergleichbar sind. Wichtig ist nur, dass Sie es wissen, bevor Sie zwei Werte auf die zweite Dezimalstelle vergleichen.

Bei uns wird jedes Fenster nach Ihren Maßen gefertigt, und der Preis wird fast millimetergenau berechnet. Wenn Sie für eine Förderung einen Nachweis für Ihre konkreten Maße brauchen, fragen Sie uns danach, bevor Sie bestellen.

Wie finden Sie den U-Wert Ihrer alten Fenster heraus?

Selbst berechnen können Sie ihn nicht, dazu braucht es Messgeräte und normierte Prüfverfahren. Sie können ihn aber eingrenzen.

  • Schauen Sie in die alten Auftragsunterlagen oder fragen Sie beim damaligen Lieferanten nach.
  • Prüfen Sie am Abstandhalter zwischen den Scheiben, ob dort eine Kennzeichnung steht.
  • Zählen Sie die Scheiben: Einfachverglasung, 2-fach oder 3-fach.
  • Fragen Sie einen Glasereibetrieb, ob er ein Messgerät für Glasaufbau und Beschichtung hat.
  • Ziehen Sie bei größeren Sanierungen einen Sachverständigen bei.

Zur Orientierung: Eine alte Einfachverglasung liegt um ein Mehrfaches über dem heutigen Höchstwert, frühe Isoliergläser aus den Siebzigern und Achtzigern etwa beim Doppelten. Beschlag zwischen den Scheiben bedeutet, dass die Verglasung ihre Dämmwirkung ohnehin verloren hat.

Fazit

Beim Kauf neuer Fenster und Türen ist der U-Wert eine entscheidende Kennzahl für Ihre langfristigen Energiekosten. Investieren Sie lieber in Produkte mit einem niedrigen U-Wert, denn dies zahlt sich durch Heizkostenersparnis und mehr Wohnkomfort schnell aus. Ein guter U-Wert für Fenster und Haustüren liegt heute idealerweise unter 1,3 W/(m²K). Achten Sie bei Ihrer Auswahl immer auf zertifizierte Qualitätsprodukte, um Ihre Investition nachhaltig zu sichern.

Häufige Fragen zum U-Wert

  • Was ist ein guter U-Wert für Fenster?

    In Österreich gilt für Fenster in Wohngebäuden ein gesetzlicher Höchstwert von 1,40 W/(m²K) nach OIB-Richtlinie 6, Ausgabe Mai 2023. Ein gutes Fenster liegt deutlich darunter. Für Förderungen werden in der Regel bessere Werte verlangt als das gesetzliche Minimum.

  • Was bedeutet Uw?

    Uw steht für das englische window und bezeichnet den U-Wert des gesamten Fensters, also Rahmen, Verglasung und Randverbund gemeinsam. Das ist der Wert, mit dem Sie zwei Angebote vergleichen. Werte für einzelne Bauteile wie den Rahmen sind Planungsgrößen, keine Vergleichsgrößen.

  • Welchen U-Wert haben alte Fenster?

    Eine Einfachverglasung liegt um ein Mehrfaches über dem heutigen Höchstwert, frühe Isolierverglasungen aus den Siebzigern und Achtzigern etwa beim Doppelten. Den exakten Wert können Sie nicht selbst messen. Beschlag zwischen den Scheiben zeigt, dass die Verglasung ihre Dämmwirkung verloren hat.

  • Zählt der U-Wert oder der Einbau mehr?

    Beides zusammen. Der beste U-Wert nützt nichts, wenn die Fuge zwischen Fenster und Mauerwerk Luft durchlässt oder eine Wärmebrücke entsteht. Der Einbau nach ÖNORM B 5320 ist die Bedingung dafür, dass der berechnete Wert im Haus auch ankommt.

  • Gilt der U-Wert auch für Haustüren?

    Ja. Die OIB-Richtlinie 6 nennt für unverglaste Türen gegen Außenluft einen Höchstwert von 1,70 W/(m²K). Achten Sie darauf, dass der angegebene Wert für die gesamte Tür inklusive Rahmen gilt und nicht nur für das Türblatt. Sehen Sie sich unsere Haustüren an.